Mirjam Pressler: Ein Buch für Hanna

CBT-Verlag, 348 S., ab 14 Jahre, 17,95 Euro

Die 14-jährige Hanna Salomon wächst bei ihrer Mutter auf. Sie träumt davon, wie ihre Schwester Helene, eines Tages nach Palästina auszuwandern. Im Sommer 1939 ist es dann soweit. „Ihr seit die Auserwählten“ heißt es im Habonim, dem jüdischen Jugendbund mit gesellschaftsverändernder und zionistischer Ausrichtung. Zusammen mit acht weiteren Mädchen verlässt Hanna Nazi-Deutschland um nach Palästina auszuwandern.

Doch dann kommt alles anders. Die Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung nehmen zu, die politische Lage verändert sich und zusammen mit ihren Freundinnen wird Hanna in das KZ-Theresienstadt deportiert. Hier erlebt sie Not, Armut, Hunger und den täglichen Kampf ums Überleben, aber auch Freundschaft, Zusammenhalt und Mut.

Hanna hat Glück. Sie kann mit ihren Freundinnen Bella, Rosa, Mira, Rahel und Sara in Theresienstadt zusammenbleiben. Das gibt ihr Halt und im rechten Moment ist immer Mira an ihrer Seite, die mahnt „Aufgeben gilt nicht“:

Miriam Presslers Buch basiert auf wahren Begebenheiten. Wir folgen der Protagonistin auf den Spuren ihres Lebens. Miriam Pressler gelingt es, Hannas Gefühlswelten eindringlich zu beschreiben. Sie lacht, sie weint, sie trauert, ist wütend, hat Angst und verliebt sich das erste Mal.

Junge Leserinnen erfahren in diesem Buch viel über die deutsche Geschichte, über die Grausamkeiten des 2. Weltkrieges, aber sie lernen auch ein Mädchen kennen das seinen Weg sucht.

Auch die inneren Monologe von Hannas Freundinnen sind sehr berührend und geben der Geschichte eine besondere Intensität.

„Ohne Bücher bleibt die Welt eng (…) Wir brauchen viele, viele verschiedene Bücher. Viele kleine Gucklöcher in der Wand, die zwischen uns und der oft unverständlichen Welt steht“.
Mirjam Pressler